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Die Urkunden der Arnulfinger als Internet- und als Buchedition

Ingrid und Carl Heinz Heidrich

Copyright © 2012 Ingrid und Carl Heinz Heidrich - Alle Rechte vorbehalten

1. Der Plan einer Neuedition
2. Die Internet-Edition
3. Die Implementierung
Der Webserver
Die Arnulfingerurkunden
Die Programmierung
4. Die Benutzung der elektronischen Edition
5. Die Buchpublikation
6. Schluss

1. Der Plan einer Neuedition (Ingrid Heidrich)

Der folgende Text beschreibt Entstehung, Intention und Funktionsweise der ursprünglichen Internet- und Buchpublikation der Arnulfingerurkunden aus den Jahren 1998 und 2001 mit den Nachträgen der Jahre bis 2009. Da 2009 eine Einigung mit den MGH zustande kam, wurde der Text in Abschnitt 1 geringfügig geändert. Das Gesamtunternehmen behält jedoch seinen historischen Wert; deswegen wollen wir den Erklärungstext als ganzen erhalten.

Die Urkunden der Arnulfinger, das heißt der Karolinger vor ihrer Königszeit (also bis 751), wurden von K. A. F. Pertz als Anhang an die Merowingerurkunden im ersten Band der Diplomata Abteilung der MGH noch im Folioformat 1872 veröffentlicht. Diese Edition stieß sofort von deutscher und französischer Seite auf heftige Kritik. Moniert wurden die unzureichenden Archivrecherchen, die mangelhafte Handhabung des discrimen veri et falsi, die mangelhaften Indices und Ortsnamenidentifizierungen, die fehlenden Deperdita. Neuere, regionale Urkundenbücher brachten einige Arnulfingerurkunden in modernerer Edition, so zum Beispiel C. Wampach 1931 die Arnulfingerurkunden für das Kloster Echternach oder M. Gysseling und A. C. F. Koch 1970 in den Diplomata Belgica die Urkunden Karl Martells für die Kirche von Utrecht. Die Pertz'sche Edition hat hinsichtlich der Arnulfingerurkunden nicht nur den Nachteil, veraltet zu sein, sie ist auch unvollständig. Es fehlen der in den Sammlungen der Bonifatiusbriefe überlieferte Schutzbrief Karl Martells für Bonifatius, die Urkundenfälschungen auf den Namen Karl Martells zugunsten des Klosters Reichenau, vor allem aber ein Verzeichnis der Arnulfingerdeperdita. Die Dissertation von I. Heidrich zu Titulatur und Urkunden der arnulfingischen Hausmeier (1964) lieferte ein Deperditaverzeichnis, das sich allerdings im Laufe der Zeit als ergänzungsbedürftig erwies. Die Dissertation war auch der Anstoß, dass sich die Monumenta Germaniae Historica mit der Bitte um eine Neuedition an die Autorin wandten. Von der handschriftlichen Überlieferung her ergab sich vor allem für zwei Urkunden Pippins des Jüngeren zugunsten des Klosters Honau durch einen von C. Wilsdorf in der Zeitschrift Francia Bd 3 (1975) veröffentlichten Neufund eine völlig neue Situation.

Die neben der umfangreichen und nie entlasteten Lehrtätigkeit betriebene Editionsvorbereitung, die keine Personalhilfe und außer einer Archivreisebeihilfe keine finanzielle Förderung erfuhr, wurde Mitte der 80iger Jahre in tradierter Verfahrensweise begonnen und seit Beginn der 90iger Jahre vom Umbruch durch die Entwicklung der EDV erfasst. Für die Editorin führten drei Erfahrungen und Gegebenheiten zu der Entscheidung, die Edition in elektronischer Form auf dem Internet zu experimentieren. Diese drei Erfahrungen und Gegebenheiten werden zunächst benannt und Gesichtspunkte dazu in einem zweiten Schritt genauer ausgeführt.

  1. Durch die praktische Editionsarbeit wurde das Bewusstsein dafür geschärft, wie sehr jede Edition von einer Reihe von Einzelentscheidungen abhängt, die anfechtbar sein können. Es wuchs die Skepsis gegenüber dem Verbindlichkeitsanspruch, den besonders solche Editionen erwecken, die von tradierten Editionsunternehmen getragen werden. Die Editorin suchte nach Möglichkeiten, die Edition dauerhaft für Änderungen offen zu halten. Das Internet eröffnete eine solche Möglichkeit, die freilich auszuloten ist. Angesichts zunehmender öffentlicher Einsparungen wird die umfängliche Subventionierung von gedruckten Editionen immer fragwürdiger, die Notwendigkeit, sich mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die das neue Medium für die editorische Arbeit bietet, immer drängender.
  2. Bei Urkundeneditionen des Frühmittelalters, die es mit wenigen Originalen aber mit einer Vielzahl von handschriftlichen Überlieferungen ganz unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Abfassungsabsicht (etwa bei den Chartularen) und Zusammensetzung zu tun haben, deren Einzelstücke aber auch in der Sekundärliteratur unter den verschiedensten Aspekten (allgemeingeschichtlich, landesgeschichtlich, sprachgeschichtlich, kirchengeschichtlich) genutzt werden, wächst der kommentierende Apparat in den Einleitungen zu den einzelnen Stücken permanent an. Insofern hat die Editorin die Editionsarbeit als dauernden Prozess erfahren, den sie für zukünftige Veränderungen nicht nur offen halten wollte, sondern aus methodischen Erwägungen meinte, offen halten zu müssen.
  3. Der Ehemann der Editorin ist ein zunehmend auf EDV spezialisierter Mathematiker. Die EDV wurde früh für die Editionsarbeit genutzt. Wir haben die Fächerkombination Mittelalterliche Geschichte - EDVSpezialisierung als Chance gesehen, das Experiment einer Internetedition zu wagen. Nicht zuletzt geht es auch darum, erprobte Editionsmethoden in die Möglichkeiten neuer Publikationsmedien zu transponieren. Wir meinen, dass das Experiment zur Wissenschaft - auch zur Geisteswissenschaft - gehört, und wir wissen, dass wichtige Fortschritte in Medizin und Naturwissenschaften nur durch die Zusammenarbeit von spezialisierten Fachwissenschaftlern und auf EDV spezialisierten Mathematikern möglich wurden. Die relativ begrenzte Datenmenge und die Zusammensetzung der Edition aus einzelnen Stücken (Urkundennummern) erschienen als gute Voraussetzungen für das Gelingen des Experiments auch unter der Voraussetzung beschränkter technischer Mittel.

Zum ersten Gesichtspunkt seien drei Beispiele angeführt, die der Verfasserin aus ihrer Forschungsarbeit geläufig sind. Das erste Beispiel: Die allgemein benutzte Edition der Annales Mettenses Priores, einer wichtigen historiographischen Quelle zur Geschichte der frühen Karolinger, wurde von B. von Simson 1905 in den MGH SS rer. Germ. in us. scholar. herausgegeben. Er legte seiner Edition mit gutem Grund als beste und vollständigste Handschrift eine solche aus Durham zugrunde (seine Hs. A 1). Diese gliedert die Zeitabfolge der berichteten Ereignisse durch Formulierungen wie "eodem anno" oder "hoc anno" ohne konkrete Jahresangaben. Simson übernahm jedoch in seine Edition die konkreten Inkarnationsjahrangaben des von ihm so genannten Codex Berolinensis (Hs. B 1), einer späteren Überarbeitung und Kompilation der Mettenses mit anderen historiographischen Werken (Teilen der Fuldaer Annalen und der Chronik Reginos). Er merkte zwar im Variantenapparat die Abweichungen an. Die Benutzer der Edition verwenden jedoch durchweg die genauen Inkarnationsjahrdatierungen, nehmen also die Edition als verbindlich, die Varianten als vernachlässigungswürdig; außer I. Haselbach, die (1970) in ihrer Dissertation die Quelle behandelte, macht sich niemand die Mühe, in den Variantenapparat zu sehen. Das zweite Beispiel: Die 1882-1886 von K. Zeumer in den MGH Leges herausgegebenen Formulae Merowingici et Karolini aevi lösen die in den fränkischen Formelbüchern häufig verwendete Abkürzung "ill" mit anschließendem Kürzungszeichen konsequent mit "ille" und nicht mit dem auch möglichen "illa" auf. Auch dies kann man dem Variantenapparat entnehmen. Durch diese Gestaltung der Edition wird jedoch bei zahlreichen Rechtsakten, für die Formulare überliefert sind (Kauf, Schenkung usw.) der Eindruck erweckt, diese Rechtsakte hätten ausschließlich durch Männer vorgenommen werden können, obwohl überlieferte Dokumente genügend Gegenbeispiele bieten. Auch hier prägt das Editionsbild die (falsche) Vorstellung, weil der Variantenapparat kaum mehr wahrgenommen wird. Auf beide Beispiele hat die Autorin in Veröffentlichungen der Jahre 1991 und 1994 hingewiesen. Die Verfahrensweise bei den vom Verlag Brepols produzierten elektronischen CD-Editionen (CC, MGH usw.) nur den edierten Text, nicht Varianten und Kommentierungen für die Suche aufzunehmen, leistet diesem unkritischen Umgang mit Editionen Vorschub. Als drittes Beispiel sei schließlich darauf verwiesen, dass die Benutzung von gedruckten Editionen auch von mancherlei Zufällen und äußeren Gewohnheiten abhängig ist. Sind die MGH-Editionen nicht greifbar, wie gelegentlich bei fachwissenschaftlichen Beiträgen, die z. B. aus den USA oder Frankreich stammen, benutzt man andere zugängliche Editionen, z. B. Migne, Gallia Christiana, Bouquet o. ä. und übernimmt unbedenklich deren Datierungen, handschriftliche Grundlage, Editionsentscheidungen. Kurz: Bucheditionen in monumentalen Reihen prägen mit ihrer Filterung der Überlieferung die heutige Geschichtsschreibung. Eine weltweit zugängliche Internetpublikation könnte diesem fragwürdigen Zustand entgegenwirken.

Zum zweiten Gesichtspunkt erübrigen sich für jeden Kundigen Beispiele. Für die Edition der Arnulfingerurkunden sei nur darauf hingewiesen, dass die neuen Vorschläge von Margarete Weidemann zur Chronologie der späten Merowingerzeit in Francia 25/1 (1998, erschienen 1999) bei einigen Stücken chronologische Korrekturen oder Erläuterungen notwendig machten, die durch eine Überarbeitung im August 1999 in die Edition eingefügt werden konnten. D. Sonzogni wies die Editorin für die Urkunden für St. Denis auf eine Chartularüberlieferung hin, die seinerzeit beim Paris-Aufenthalt nicht zugänglich war. Die Überlieferung konnte im Januar 2001 eingearbeitet werden. Von sprachwissenschaftlicher Seite wurden bereits Vorschläge zu den Ortsnamen angekündigt, die, wenn sie konkretisiert werden, unter Nennung der Autoren aufgenommen werden könnten.

Zum dritten Gesichtspunkt: da die MGH die Abtretung der vollen elektronischen Nutzungsrechte forderten und zu dem von uns intendierten Experiment in Form einer längerfristigen Internetpublikation nicht bereit oder in der Lage waren, sondern nur zur Tolerierung der Internetpublikation bis zum Erscheinen der gedruckten Fassung, kam eine Einigung zunächst nicht zustande. Unser Ziel war es, die Internetpublikation neben einer Buchpublikation aufrecht zu erhalten, so dass das Buch jeweils durch Einsicht in die aktualisierte WWW-Publikation zu ergänzen war. Die Einleitung blieb dem Buch vorbehalten.

Nach den Erfahrungen der Editorin bestehen Verträge zwischen den Editionsunternehmen und den Verlagen, die für die Editoren die Abtretung aller Nutzungsrechte beinhalten. Dem Editor, der die Arbeit macht, bleibt kein Recht und kein Gestaltungsfreiraum. Diese Beschneidung von Autorenrechten halten wir für unzeitgemäß. Editionsunternehmen werden mit öffentlichen Mitteln finanziert. Erfreulicherweise fördert die DFG Editionen mittlerweile nicht mehr nur durch Druckkostenzuschüsse, sondern auch durch die Digitalisierung von Editionen, die damit für alle kostenfrei auf dem Internet zugänglich werden. Während die elektronischen Hilfsmittel des Verlags Brepols, an den die MGH in der Vergangenheit vertraglich gebunden waren, uns inakzeptabel erschienen und uns zum Experiment der Internetedition veranlassten, sind die nach der Lösung der Verbindung der MGH zu Brepols mit Hilfe der DFG und der Bayerischen Staatsbibliothek enstandenen digitalen MGH ein akzeptables Instrument. Freilich ermöglichen sie weder Ergänzung noch Korrektur von Editionen. Da diese jedoch, wenn sie nicht von einer Institution verwaltet werden, an Lebenszeit und Gesundheit des Editors/der Editorin gebunden sind, nahmen wir das Angebot der MGH für eine Neuauflage an, die Anfang 2012 erschien. Die Erstauflage von 2001 wird nun nicht mehr vertrieben. Bis zum Erscheinen der Arnulfingerurkunden in den dMGH bleibt nach Absprache die Internetedition in nicht mehr revidierter Form auf dem Netz.

2. Die Internet-Edition

Die Internet-Edition umfasst 94 Nummern, davon 24 echte Urkunden und Briefe, 11 Fälschungen, die sicher oder möglicherweise aus dem Mittelalter stammen, 56 Deperdita und 3 moderne Fälschungen; ein Inhaltsverzeichnis kann eingesehen werden. Wesentliche Veränderungen gegenüber der Pertz'schen Ausgabe sind, außer Korrekturen und Ergänzungen sowie der eingangs schon erwähnten Hinzufügung von drei Stücken (11, 33, 34) und des Deperditaverzeichnisses (36 bis 91) die Kenntlichmachung der Formularabhängigkeiten bei den Nummern 11, 14, 16, 17, 20 und 21 und die völlig neue Textgrundlage für 19 und 20. Von den Arnulfingern sind nur 2 Originale überliefert sind, die beide in den Archives nationales in Paris liegen. Von diesen wurde die Genehmigung einer Teilabbildung eines der beiden Originale eingeholt, die jetzt auf der einleitenden Informationsseite der Edition zur Verfügung steht. Damit ist, wenn auch in bescheidenem Maß die optische Darstellungsmöglichkeit des neuen Mediums genutzt. Vor allem aber bedient sich die automatische Kontextsuche der neuen Möglichkeiten dieses Veröffentlichungsmediums. Im Historischen Seminar der Bonner Universität verfügte die Editorin über einen Pentium Rechner von 233 Mhz, 128 MB Memory und 2,1 GB Plattenplatz, auf dem Carl Heinz Heidrich Microsoft Windows NT Workstation 4.0 mit Microsoft IIS 4.0 installiert hat. Unter der Adresse http://www.uni-bonn.de/~uph202 unterhält die Editorin ihre Homepage, die unter anderem die Edition umfasst. Seit Juli 1998 ist das Historische Seminar dem deutschen Wissenschaftsnetz angeschlossen. Die Edition wurde Ende Oktober 1998 auf dem Netz publiziert und im August 1999 sowie im Januar 2001 verändert und korrigiert. Sie enthält 94 nummerierte Urkunden mit Regesten, Kommentaren, kritischem Apparat und Kennzeichnung der Textpartien, die von Formularen abhängig sind (in Petit-Buchstaben), wie man es aus Bucheditionen kennt. Außerdem umfasst die Internet-Edition die vollständige Bibliographie, einen Ortsnamenindex und das Empfängerverzeichnis mit den Überlieferungsangaben. Die Zugangsseite bietet das Inhaltsverzeichnis der Urkunden und die Edition einer Urkunde als Beispiel.

Die Benutzung der Edition ist kostenlos. Aus Sicherheitsgründen verlangten wir von denen, die mehr als die Zugangsseite sehen wollen, sich anzumelden. Dies verhindert auch, dass Personen, die nur neugierig sind, aber kein wissenschaftliches Interesse haben, das Netz belasten. Wer sich anmelden will, gibt seinen Vornamen, seinen Namen und seine E-mail Adresse an und wählt sich einen Login-Namen. Das Passwort wird dann automatisch erzeugt und sofort per E-mail versandt. Mit dem Passwort und dem Login-Namen ist die Edition dann sofort zugänglich. Wir garantieren, dass wir die übermittelten Daten, die statistischen Zwecken dienen, nicht weiterleiten; die Vorschriften des Deutschen Datenschutzgesetzes werden beachtet. Mit der Abmeldung werden die persönlichen Daten gelöscht, das Zugangsrecht geht verloren. Um die Edition wieder zu benutzen, ist eine Neuanmeldung erforderlich. Für den Fall, dass jemand das Passwort vergessen hat oder dass sich die E-mail-Adresse geändert hat, gibt es ein zusätzliches Formular. In größeren Abständen werden längere Zeit unbenutzte Zugänge von uns gelöscht. Die Anmeldungspraxis wurde später aufgegeben.

Nach der Anmeldung können die Urkunden über eine Button-Liste in gesondertem Frame des Hauptfensters aufgerufen werden. Gliederung und typografische Form der edierten Texte entspricht den Gepflogenheiten bei gedruckten Urkundeneditionen, als Illustration diene die allgemein zugängliche Beispielurkunde Nr. 6. ( 1 linker Mausklick) Die Internet-Edition enthält keinen Wort- und Personennamenindex. Stattdessen gibt es die Möglichkeit einer Kontextsuche, die nicht auf einer vorherigen Wortindizierung beruht, sondern auf einem Verfahren, das Carl Heinz Heidrich entwickelt hat. Die Urkundentexte, Kommentierungen, kritischer Apparat, Bibliographie und Ortsnamenindex sind in das Suchverfahren integriert. Für jede Kontextsuche scannt der Suchalgorithmus alle Texte. Die Suchstrategie ist auf zwei Fälle beschränkt: entweder steht die gesuchte Wortfolge in einer Zeile oder in zwei aufeinander folgenden Zeilen. Dies schließt die Suche von Folgen von 15 Wörtern oder mehr aus oder die Suche von Wörtern ohne sinnvollen Zusammenhang. Diese Beschränkung ist für die wissenschaftliche Arbeit durchaus akzeptabel und macht den Suchvorgang extrem schnell. Die Suchleistung geht über die Leistung des traditionellen Index hinaus. Groß- und Kleinschreibung ist zu beachten und wenn man vita sucht, wird der Suchmechanismus auch civitate und evitare liefern. Die Suche findet in einem gesondert aufzurufenden Fenster statt. Als Suchergebnisse erscheinen alle Fundstellen nach Urkundennummern geordnet so, dass die Einzelstellen nach ihrer Zeilenzahl im Kontext der jeweiligen Urkunde eingesehen werden können, s. Bild 7 unten. Die für das Suchverfahren verwendeten ASCII Versionen kennen nicht die unterschiedlichen Buchstabengrößen und machen also auch nicht die Formularabhängigkeiten deutlich. Sie unterscheiden auch die für den kritischen Apparat hochgestellten Buchstaben nicht, sondern fügen diese hochgestellten Buchstaben einfach dem Wort hinzu. Wenn man sich dieser Tatsachen bewusst ist, kann man mit der Kontextsuche hervorragend arbeiten. Der große Vorzug ist, dass die Kontextsuche nicht nur alle Textbelege bringt, sondern für jeden Ortsnamen, jeden Autor und jeden Titel auch die entsprechenden Stellen im Ortsnamenindex und in der Bibliographie. Da man grundsätzlich die edierte Urkunde im Hauptfenster parallel ansehen kann, können Formularabhängigkeiten oder Anmerkungen schnell wiedergefunden werden.

Für die meisten Webseiten wurden auf dem Server Zähler eingerichtet, es gibt z. B. den Benutzerzähler für die Benutzung der Urkundenedition oder den der Einführung in die Geschichte des europäischen Mittelalters, die beide von der im ersten Absatz von Punkt 2 genannten Leitseite her zugänglich sind. Die Zähler vermitteln genaue Daten über die Benutzung. Außerdem ermöglicht es der Anmeldungsmodus für die Benutzung der Edition genau zu sagen, welche Wissenschaftler oder welche wissenschaftlichen Institutionen die Edition benutzen.

3. Die Implementierung (Carl H. Heidrich)

Der Webserver

Es ist heute einfach, eigenes Material im Internet zu veröffentlichen. Die Hochschulen bieten ihren Mitgliedern kostenfrei Speicherplatz für Webseiten auf ihren Webservern an, ebenso verfahren fast alle bekannten Internetprovider. Kostenfrei kann man auch alle Software bekommen, die zum Betreiben und Erstellen von Webseiten erforderlich ist: Webserver, HTML Editoren, Bild- und Tonbearbeitung, etc. So lassen sich z.B. allein mit dem Editor des Netscape® Communicator 4.79 bzw. 6.2 professionell gestaltete Webseiten erstellen. Viele Texteditoren, wie Microsoft® Word 97/2000/XP stellen Web-Seiten-Assistenten für den Anfänger bereit .

Mit der Überarbeitung der Webseiten Anfang 2001 wurde Microsoft® Windows NT 4.0 Option Pack installiert, das den Personel Web Server 4.0 mit dem IIS 4.0 (Internet Information Server) enthält. Mit dem IIS 4.0 stehen Active Server Pages (ASP) und die Scriptsprachen VBScript und PerlScript zur Verfügung, mit denen Server Side Scripts eingesetzt werden können. Der Einsatz eines eigenen Webservers hatte den Vorteil, dass wir über die Benutzung der benötigten Software selbst entscheiden konnten. Interaktive Scripte oder Active Server Pages, die man z.B. für kontrollierte Zugänge zu Webseiten, Anmeldeverfahren, eigene Seitenzähler, Auswertung von Benutzerstatistiken in den Webseiten, etc. benötigt, sind bei den meisten Hochschul- und den Internetprovider-Webservern nicht verfügbar, angeblich aus Sicherheitsgründen. Der Erwerb kommerzieller Webserver-Software, z.B. Netscape Enterprise Server schied aus Kostengründen aus. Der Einsatz des kostenfreien Apache Servers unter Linux wäre nur mit einem zweiten Rechner möglich gewesen, der Apache Server unter Windows NT war 1998 und noch bis vor kurzem experimentell. Von drei Ausnahmen abgesehen, Windows NT 4.0 , Interleaf®, jetzt Quicksilver® der Firma Broadvision ->Link 'Produkte' und SearchandReplace der Firma Funduc, wurde nur kostenfreie Software benutzt. Perl, das wir in der Windows NT Version von ActiveState benutzen, ist kostenfrei.

Wie üblich erfolgt der Zugriff zu den Webseiten über eine Leitseite, http://www.uni-bonn.de/~uph202 Die Leitseite liefert einen Überblick über die ganze Hierarchie des verfügbaren Materials und man gelangt mit jeweils einem Link in jede Hauptebene. Wir hatten uns für den Netscape® Communicator als Standard Web-Client entschieden, Microsoft Internet Explorer ab Version 5 kam bald dazu. Das eigene Material für verschiedene Web-Browser zugreifbar zu machen, stellt den Anfänger vor Probleme. Die Kenntnis der Programmierstandards und deren Nutzbarkeit in den einzelnen Browsertypen ist unentbehrlich, für Anfänger eine erhebliche Hürde.

Die Aufbereitung der Webseiten, HTML Codierung und Scriptprogramme, entspricht dem HTML 4.0 Standard, was die Tests mit dem W3C-Validator, ausweisen, z. Zt. aktuell ist HTML 4.01. Der von uns eingesetzte kostenfreie Editor HTML-Kit® hat sich außerordentlich bewährt. Er beherrscht die neuen Standards und kann auf Anweisung Style-Sheet Angaben erzeugen sowie den HTML-Code validieren. Tests von Webseiten, die mit kommerziell vertriebenen HTML-Editoren erzeugt werden, zeigen immer wieder, dass sie Tests mit dem W3C-Validator nicht fehlerfrei bestehen. Im Gegensatz dazu wurden die aktuellen Versionen unserer Webseiten zunächst alle mit dem HTML-Kit® validiert und alle durchliefen die Tests mit dem W3C-Validator auf Anhieb fehlerfrei. Hinzukommt, dass viele HTML-Editoren die Codierung von mit anderen Editoren erstelltem Code zerstören.

Der HTML 4.0 Standard ist seit dem Frühjahr 1998 in Kraft und wir haben uns von Anfang an daran orientiert. D.h. wir haben möglichst alle Codierungen vermieden, die nicht zum neuen Standard gehören oder mit dem Hinweis "deprecated" versehen sind. Es sind meist Texteigenschaften, die in die Style-Sheet Codierungen eingegangen sind. Jeder sollte die Style- Sheet Techniken heute benutzen, sie erleichtern die Strukturierung des Seitenlayouts erheblich. Wir sind durch Interleaf® schon lange mit diesen Techniken vertraut, und jeder, der eine neuere Textverarbeitung verwendet, eigentlich auch: Man muss nur die Struktur einer vorhandenen Dokumentenvorlage, z.B. aus MS Word, in die Style Sheet-Syntax übersetzen. ( Man kann sich eine brauchbare Vorlage vom Internet holen, oder man speichert eine Internetseite mit dem Microsoft® Internet Explorer 5/6, vorhandene Style-Sheets werden mitgespeichert. ) Die Style-SheetStandardisierung für CSS1 des World Wide Web Consortiums, W3C, wird von den aktuellen Browsern von Netscape und Microsoft eingehalten, aber auch hier liegt in der Beschränkung aufs Wesentliche die Lösung. Unangenehm bleiben noch Positionierungssteuerungen für Text und Graphik, das kann man bei einigen unserer Webseiten nur dann sehen, wenn man sie gleichzeitig mit Netscape® Communicator 4.79/6.2 und Microsoft® Internet Explorer 5.5/6.0 öffnet. Style-Sheets werden in allen Webseiten verwendet. Ansonsten wird JavaScript, VBScript und Perl(Script) in der Programmierung eingesetzt. Unabdingbar sind JavaScript und Perl für die Aufbereitung der Arnulfingerurkunden, dazu ausführlich im nächsten Abschnitt. JavaScript wird eingesetzt für die Ermittlung des Browsertyps, der Anzeige von Webseiten in einer zum Display passenden Fenstergröße, der Anzeige des aktuellen Datums und der Funktion zum Öffnen neuer Web-Client Fenster. Die Javascriptprogramme laufen im Netscape® Communicator 4.79/6.2 und Microsoft® Internet Explorer 5.5/6.0 gleichermaßen, d.h. es wurde generell darauf geachtet, keine Scriptprogramme doppelt schreiben zu müssen. VBScript wurde für die Anzeige der Versionsänderungen, die Anzeige der benutzten Browserversion, die Seitenzähler und für die Browserstatistik eingesetzt. PerlScript wird für die Ausgabe der Servervariablen und zur Herstellung der Benutzerstatistik herangezogen. Ein Perl-Programm wertet das Webserverprotokoll zum Auffinden der benutzten Browsertypen aus. Die Links für die Benutzerstatistik und die Browserstatistik finden sich auf der Leitseite.

Ausschlaggebend für die Wahl der Scriptsprache war immer die Syntax, mit der man die gewünschte Programmleistung mit kleinster Zeilenzahl schreiben kann. Das Seitenzählerprogramm z.B. besteht aus 11 Zeilen VBScript. Wenn man es als Server Side Include Script einsetzt, beansprucht es in jeder Seite, die gezählt wird, 3 Zeilen VBScript. Wichtig ist noch der Hinweis zum benutzten Grafikformat. Aus patentrechtlichen Gründen haben wir kurzfristig das GIF-Format durch das auch von der W3C unterstützte PNG-Format, Portable Network Graphic, ersetzt.

Die extrem dynamische Entwicklung der Webstandards ( Codierung und Programmierung ), die Weiterentwicklung der Webbrowser verlangt Wartung, Pflege und Anpassung der eigenen Webseiten. Wer nicht bereit ist, seine eigenen Webseiten der Entwicklung anzupassen, zumal wenn diese nicht die aktuellen Standards verwenden, muss damit rechnen, dass seine Webseiten nach einem Jahr nicht mehr korrekt dargestellt oder angesehen werden können. Das gesamte Material wurde ausschließlich auf unseren privaten Rechnern vorbereitet, nicht nur um den laufenden Betrieb nicht zu stören, sondern auch um die Benutzerstatistik nicht zu verfälschen.

Ein vergleichbares Vorgehen ist jedem anzuraten. Wer keinen separaten Rechner zur Verfügung hat, dem bietet IIS 4.0 oder IIS 5.0, der mit Windows 2000 Professional/Server geliefert wird, eine Alternative : Es können gleichzeitig mehrere virtuelle Verzeichnisse eingerichtet werden, die zum Testen von Änderungen oder Neuerungen verwendet werden können, ohne den Zugriff auf die aktuellen Seiten zu beeinträchtigen. Das Microsoft® Windows NT 4.0 Option Pack kann auch unter Microsoft® Windows 98 eingesetzt werden.

Die Benutzerdaten, Passworte, Benutzerprotokolle und die Seitenzähler werden z.Zt. in Textdateien abgelegt. Auf den Einsatz von Datenbanken haben wir verzichtet, dazu sind die Datenmengen zu gering. Der Einsatz wäre nur dann sinnvoll, wenn auch alle Webseiten, Texte , Urkunden etc. in Datenbanken verwaltet würden. Die vorhandene Rechnerkapazität reicht dazu aber nicht aus. Kostenfreie Datenbanken stehen zur Verfügung : SDBM und MySQL. SDBM ist in Perl enthalten. Für nicht kommerzielle Nutzung ist auch die relationale Datenbank MySQL der schwedischen Firma MySQL AB kostenfrei. SDBM eignet sich für kleinere Datenbanken bis zu ca. 1000 Einträgen. MySQL ist eine Hochleistungsdatenbank. Wer Wörterbücher o.ä., große Mengen kleiner Texte, große Literaturlisten oder große Linksammlungen pflegen muss, der sollte MySQL unbedingt in Betracht ziehen.

Die Arnulfingerurkunden

Wir benutzen zur Texterstellung für die Arnulfingerurkunden seit 1987 Interleaf®/Quicksilver®. Dieses Produkt stand ursprünglich nur auf UNIX Workstations zur Verfügung und besaß einen Leistungsumfang, der von keiner anderen Textverarbeitung erreicht wurde. ( Heute stehen als mögliche Alternativen FrameMaker® oder QuarkXPpress® bereit. ) Als wir unsere privaten Workstations 1996 durch PC's ersetzten, kam als Betriebssystem nur Windows NT in Frage, da Interleaf außer auf UNIX Workstations nur noch für dieses Betriebssystem zur Verfügung stand.

Die Benutzung der Texte soll ähnlich ablaufen, wie wenn eine Buchvorlage benutzt würde. Die Funktionalität des Arbeitsablaufs wird auf den Desktop des Benutzers so abgebildet, dass er Inhaltsverzeichnis, Urkundentext, Auswahlsteuerung und Textsuche gleichzeitig in den Browserfenstern vor Augen haben kann. Ergonomisch lässt sich dies leider wegen der durchwegs benutzten kleinen Bildschirme an den meisten PC's nicht optimal realisieren. Auch ein Notebookbenutzer mit kleinem Bildschirm, z.B. 12'', soll bei einer Auflösung von 800x600 Bildpunkten noch mit dem Layout arbeiten können, große Bildschirme von 26'' oder 28'' wären natürlich optimal. Da schnelle Ladezeiten der Inhalte immer Priorität haben sollten, gilt es einige Kompromisse zu machen. Die Desktopabbildungen wurden von einem älteren Notebook PC mit einer Auflösung von 800x600 Bildpunkten, Display 11.3 '', genommen, alle Abbildungen werden durch eine Javascriptfunktion in einem eigenen Fenster geöffnet.

Von der Leitseite führt ein Link zur Hinweisseite der Arnulfingerurkunden, die das Inhaltsverzeichnis und eine Beispielurkunde enthält. Wer die Urkunden benutzen will, gelangt über einen Link zur Anmeldeseite, Bild 1, hier melden sich neue Benutzer an, loggen sich angemeldete Benutzer zur Benutzung ein oder verwalten Ihre Zugangsdaten.

Bild 1 anzeigen

Seit November 2004 verzichten wir auf die Anmeldung, genauere Hinweise finden Sie auf der Eingangsseite zu den Arnulfingerurkunden.

Von der Anmeldeseite an werden im Hauptfenster des Browsers Frames benutzt. Wenn der angemeldete Benutzer sich einloggt, werden die drei Frames mit neuem Inhalt geladen, Bild 2. Das obere rechte Frame wird nur ein einziges Mal geladen. Es enthält wie auf einer Leitseite alle Links für alle verfügbaren Arbeitsabläufe, die jederzeit aktiviert werden können. Im unteren Frame werden zuerst die aktuellen Informationen zur Edition und zu möglichen Neuerungen auf dem Webserver angezeigt.

Bild 2 anzeigen

Typischerweise wird der Benutzer zuerst die Benutzungsrechte lesen und dann das Inhaltsverzeichnis öffnen, Bild 3. Die beiden Texte werden in eigenen Fenstern über dem Hauptfenster geöffnet, der 'Focus' wird auf diese Fenster gesetzt, damit man die Texte lesen kann. Das jeweils gewünschte Fenster wird durch Anklicken sichtbar. Das untere Frame des Hauptfensters wird nur auf zwei Weisen vom Benutzer verändert: 1) Es werden die Urkundentexte angezeigt, die durch Auswahlbuttons im linken Frame angesteuert werden, 2) Der Benutzer lässt sich erneut die aktuellen Informationen anzeigen.

Bild 3 anzeigen

Die durch Anklicken ausgewählte Urkunde erscheint im rechten unteren Frame des Hauptfensters, in dem sie gelesen werden kann, Bild 4.

Bild 4 anzeigen

Zum Starten der Kontextsuche werden die Suchhinweise in eigenem Fenster geöffnet, Bild 5.

Bild 5 anzeigen

Die Suche selbst wird durch den entsprechenden Link aktiviert und findet auch in einem neu geöffneten Fenster statt, Bild 6. Gemäß den Suchhinweisen wird eine Suchphrase eingegeben und die Suche gestartet.

Bild 6 anzeigen

Als Ergebnis einer Suche erscheint das Suchergebnis mit dem Kontext der Fundstellen im oberen Frame des Suchfensters, darunter liegt ein noch leeres Framefenster. Nach Anklicken einer Urkundennummer mit der gesuchten Fundstelle im oberen Frame wird die Urkunde mit Zeilenangaben in das noch leere untere Framefenster geladen, Bild 7.

Bild 7 anzeigen

Der Kontext kann über die Zeilennummer schnell gefunden werden. Die editorischen Details können über die Urkundenwahl im Hauptfenster überprüft werden, natürlich nicht zeilengenau, denn die Fenstergröße wird in Abhängigkeit von der Bildschirmauflösung für jeden Benutzer eigens angepasst. Das ist notwendig, damit die zusätzlichen Fenster wahrnehmbar geladen werden können.

Die augenblickliche Version der Darstellung läuft seit dem März 2001. Es waren Änderungen nach Einführung der neuen Browserversionen von MS® IE 5.5 und Netscape® 6.1 nötig. Sie betrafen die Ansteuerung der Fenster und die Ladevorgänge der Framefenster und sind durch die Funktionalität der JavaScript Standards bedingt. Der zusätzliche Klick zur Aktivierung der Suche zeigt die Auswirkung deutlich : das Öffnen neuer Fenster und das Laden von Fensterinhalten sind getrennte Vorgänge.

Die Programmierung

Die eigentlichen Programmierarbeiten verbergen sich hinter dem Anmeldeverfahren, der Aufbereitung und Anlieferung der Urkunden sowie der Textsuche. Die kostenlosen Microsoft Webserver sind ohne zusätzliche Softwareinvestitionen für die Automatisierung solcher Verfahren nicht geeignet. Analoges gilt auch für alternative Techniken unter Verwendung von Datenbanken, man benötigt zusätzlich Datenbanksoftware. Es bleibt dann noch offen, ob der benötigte Programmieraufwand sich von dem von uns gewählten Verfahren wesentlich unterscheidet. Die Programmnamen werden angegeben, im Quellcode der Webseiten sind sie ohnehin zu sehen. Alle Programme - insgesamt 4044 Zeilen Code - sind Eigenentwicklungen.

Über das Anmeldefenster, s. o. Bild 1, werden sechs Perl Programme gesteuert, teilweise über Linkaufrufe:

Anmeldung 300 Zeilen - anmeldung.pl
Bestätigung 61 Zeilen - bestaetigung.pl
Zugang Benutzerdaten 248 Zeilen - loginbd.pl
E-Mail Adresse ändern 103 Zeilen - aendernmail.pl
Benutzer abmelden 92 Zeilen - abmelden.pl
Vergessenes Passwort senden 168 Zeilen - sendpasswd.pl
Benutzerlogin 507 Zeilen - login.pl

Die Auswertung der Formulare durch den Webserver werden durch CGI-Programme ( Common Gateway Interface ) ausgeführt. Nur Webserver, in denen das CGI-Protokoll implementiert ist, können Formulare verarbeiten. In der Regel werden dafür Scriptsprachen wie Perl oder VBScript eingesetzt. Das Perl Modul CGI.pm enthält vorgefertigte Funktionen zur Erzeugung und Auswertung von Formularen. Wir haben das CGI.pm Modul nicht benutzt, alle Programme sind so geschrieben, dass sie keine überflüssige Zeile Code enthalten. Wenn nötig enthalten die Programme Routinen mit Eingabefehlertests. In Anmeldung wird ein Eintrag in eine Benutzerdatei und eine Passwort-Datei vorgenommen, ein Passwort wird erstellt, es erfolgt eine Bestätigung durch Rückmeldung an den Anmeldenden sowie die automatische Email Übermittlung des Passworts. Über den Zugang Benutzerdaten kann eine Datenkontrolle erfolgen, die Email Adresse geändert werden, dort kann der Benutzer sich abmelden, seine Daten werden gelöscht. Ein vergessenes Passwort kann man sich zusenden lassen.

Benutzerlogin im rechten oberen Frame enthält das Kernstück der gesamten in den Eingangsabschnitten geschilderten Funktionalität. Nach erfolgreicher Authentifizierung werden die Benutzerdaten in ein Zugangsprotokoll geschrieben, und das obere Frame wird neu mit den Zugriffslinks geladen, s. o. Bild 2. Wenn man mit dem Mauscurser auf die Links im rechten oberen Frame zeigt, sieht man in der Statuszeile des Browsers, dass JavaScript-Funktionen aufgerufen werden. Drei Funktionen öffnen neue Fenster: Inhaltsverzeichnis, Benutzungsrechte, Suchhinweise. Eine Funktion lädt die aktuellen Hinweise. In diesen vier Fällen werden vorbereitete HTML-Seiten in die Fenster geladen, was auch für den Link zur Leitseite gilt. Die neuen Fenster enthalten als Fenstereigenschaft u. a. 'scrollbars,resizable', man kann ihre Größe anpassen und im Fenster scrollen. Die Funktion für den Ladevorgang des linken Frames ist nicht zu sehen. 'UrkundWindow()' lädt in das neue Fenster Html-Code und die Button-Liste zu den Urkunden. Die Button-Liste, 60 Zeilen, ist ein vorbereitetes JavaScript Codeteil, das nach Bedarf durch ein eigenes 10-zeiliges Perlprogramm erzeugt werden kann.

Die Button-Liste im rechten Frame Fenster ist Teil einer HTML-Form, sie erlaubt den Aufruf eines Perl-Programms Urkundenauswahl durch Klick auf einen Button. Der Button enthält als einen Übergabewert an die Perl-Funktion den Namen des ausgewählten Textes. Das Perl-Programm lädt den ausgewählten Text ins rechte untere Frame des Hauptfensters.

Urkundenauswahl 33 Zeilen - urkunde.pl

Für die Kontextsuche muss das Suchfenster aufbereitet werden, was, wie oben gesagt, durch die neuen Browserversionen geändert wurde. Es wird ein Perl Programm benutzt.

Suchfensteraufbereiten 111 Zeilen - swinframe.pl

Suchfenster aufbereiten wird durch einen HTML-Form Button Kontextsuche in den Arnulfinger Urkunden ausgelöst. Der programmiertechnisch wesentliche Aspekt ist : Nach dem Auslösen einer HTML-Formfunktion muss der Webserver einen Inhalt an den Absender zurücksenden. Im zurückgesandten Inhalt sind zwei JavaScriptfunktionen enthalten, 'TSuchen()' , 'WriteFrame()' und sichtbarer HTML-Text sowie der HTML-Form Button '1 Klick/clique/click' . ' TSuchen()' wird ausgeführt und öffnet das Suchfenster, die zwei Frames des Fensters werden mit einer leeren HTML-Seite geladen., außerdem müssen die Frames des neuen Fensters einen Inhalt haben, der aber von der Suchfunktion bestimmt ist. Der eine Klick/clique/click führt 'WriteFrame()' aus, die die HTML-Form für die Textsuche ins obere Frame des Suchfensters lädt und anschließend die Steuerungslinks in das obere Frame des Hauptfensters mit 'history.back()', eine in JavaScript enthaltene Funktion, zurücklädt. Tatsächlich hat man durch die Aktivierung der Suchfunktion die Webseitenhistorie nur um eine Position verändert.

Für die Kontextsuche werden zwei Perl Programme benutzt.

Texte durchsuchen 349 Zeilen - suchen.pl

Urkundenauswahl 44 Zeilen - aurkunde.pl (abhängig vom Suchergebnis)

Mit dem Absenden des Suchworts wird ein kleineres, relativ komplexes Perl-Programm aktiviert. Das Programm durchsucht alle verfügbaren Texte im ASCII-Format, dazu mehr im nächsten Abschnitt, und liefert nach einer erfolgreichen Suche, s. o. Bild 7, zweierlei : Auswahlbuttons für gefundene Texte und alle dazugehörenden Textstellen. Die Funktion der Buttons ist identisch zu der in der Funktion UrkundWindow(), das Perlprogramm liefert eine ASCII-Version der Urkunden mit Zeilenzählung zum einfacheren Auffinden der Textstellen. Für jede Suche scannt der Suchalgorithmus alle Texte, d.h. die Suche basiert nicht auf vorbereiteten Indizes. Der Suchalgorithmus ist schnell, wie jeder durch Tests leicht verifizieren kann und wurde von uns selbst entwickelt, auf Details gehen wir hier aus verständlichen Gründen nicht ein. Die Suchwortfolge sollte sinnvoller Kontext sein. Überlange Zeichenketten sind nicht intendiert und für die wissenschaftliche Arbeit am gegebenen Material auch nicht nötig, wie jeder selbst austesten kann. Die Suchergebnisse werden ad personam erstellt: Bei jeder Suchanfrage wird die Internetadresse des Anfragers mit ausgelesen und der Name der Suchergebnis-Datei enthält diese Adresse als Suffix. Daher sind gleichzeitige Suchen mehrerer Benutzer möglich. Beim erneuten Login wird die Suchergebnis-Datei gelöscht bzw. verbliebene Suchergebnis-Dateien werden nach einer Woche automatisch gelöscht.

Die Arnulfingerurkunden liegen nicht in dem allgemein zugänglichen Webserververzeichnis. Sie liegen in einem zugriffsgeschützten Verzeichnis und sind nur über den Benutzerlogin zugänglich. Die Texte der Arnulfingerurkunden liegen in vier Versionen vor : Die mit Interleaf®/Quicksilver® erstellten Originale, die mit Interleaf®/Quicksilver® nach HTML konvertierten Webservertexte und zwei ASCII-Versionen. Die mit Interleaf®/Quicksilver® erstellten Originale können für die Eingabe in Satzmaschinen aufbereitet werden, vgl. Abschnitt 5 "Die Buchpublikation".

Die Notwendigkeit der ASCII-Versionen, die mit Perl-Programmen über Zwischenstufen aus der HTML Version erzeugt werden, ergibt sich aus den Anforderungen an das Suchverfahren.

Alle HTML-Codierungen müssen dazu aus den HTML-Texten entfernt, Hoch- und Tiefstellung umgewandelt, bzw. für die Textsuche beseitigt und alle Textzeilen müssen mit Zeilennummern versehen werden. Die Bereinigung beseitigt überflüssige Leerzeichen, ein Testprogramm validiert die Umwandlung. Die Konvertierungs- und Aufbereitungsprogramme allein umfassen 1168 Zeilen Perl-Code und bestehen aus drei Gruppen:

  1. Aufbereitung der ASCII-Version 1 für die Textsuche

    HTML beseitigen 277 Zeilen - html2ascii-subp.pl
    Bereinigen 199 Zeilen - html2ascii-subp-bereinigt.pl
    Test 133 Zeilen - html2ascii-subptest.pl

  2. Aufbereitung der ASCII-Version 2 für das Ergebnis der Textsuche

    HTML beseitigen 228 Zeilen - html2ascii.pl
    Bereinigen 198 Zeilen - html2ascii-bereinigt.pl
    Test 133 Zeilen - html2ascii-btest.pl

  3. Batchprogramme zur Ausführung der Programme aus 1. und 2.

    Gruppe 1+2 33 Zeilen - arnulf-aufbereiten.bat
    Nur Tests 17 Zeilen - arnulf-test.bat

Werden Ergänzungen nötig, dann werden die mit Interleaf®/Quicksilver® erstellten Originale ediert, konvertiert, als ASCII Dateien aufbereitet und im geschützten Verzeichnis neu abgelegt - ein Vorzug, den kein anderes Medium bietet. Zur Anpassung/Modifizierung von HTML-Seiten wird SearchandReplace für Windows benutzt.

Für Korrekturen wie Gruppe 1+2 205 - Zeilen Einzel-file-umwandeln.pl

Die Organisation des Desktops für die Arbeit mit den Arnulfingerurkunden erfordert eine Anpassung an die vom jeweiligen Benutzer eingestellte Bildschirmauflösung, z.B. 800x600, 1024x768, 1280x1024 Pixel oder 2048x768 Pixel für eine Doppelbildschirmkonfiguration. Die Kontrolle der benutzten Browserversion und die Einstellung der Fenstergröße erledigt das Javascript ( Server Include File ):

Desktop einstellen 218 Zeilen - browser-type-size.shtm

Die Einstellung wird für jede Active Server Webseite, Extension '***.asp', vorgenommen. Der Quellcode kann auf jeder dieser Seiten mit der Menuoption 'Quelltext anzeigen' des Browsers eingesehen werden, er ist kommentiert. Wir passen die Webseiten der Entwicklung der Webbrowser an. Über die einsetzbaren Browserversionen werden den Benutzern auf fünf Webseiten Hinweise gegeben, damit alle die aktuellen Versionen einsetzen : der Leitseite, den zwei Seiten mit Browserhinweisen, der Arnulfinger-Anmeldeseite und der Aktualitätenseite der Arnulfingerurkunden. Ein VisualBasic Serverscript wird dafür eingesetzt:

Browserversion 14 Zeilen -

Für alle Active Server Webseiten gibt es Besucherzähler. In jeder Active Server Webseite wird eine Zählervariable mit einem VisualBasic Statement gesetzt, die einen zugeordneten Textfile identifiziert, die Aktivierung der Zähler erfolgt durch ein VisualBasic Serverscript :

Zähler 11 Zeilen - Zaehler.shtm

In einer eigenen über die Leitseite zugänglichen Benutzerstatistik kann ein Überblick über die Zahl der Besuche aller gezählten Seiten geöffnet werden. Die in der Tabelle angezeigten Werte enthalten die Auswertung aller Zähler. Die jederzeit aktuelle Aufbereitung der Zählerwerte übernimmt ein PERL Serverscript :

Aktuelle Zählerstände 162 - Zeilen statistik.shtm

Über die Leitseite ist auch die Browserstatistik zugänglich. Dazu werden wöchentlich die Webserverlogfiles ausgewertet. Die zunehmende Benutzung des Internet Explorers veranlasste uns, die Webseiten auch dafür einzurichten, ursprünglich waren sie für die Benutzung mit dem Netscapebrowser entwickelt worden. Grund hierfür war die Verfügbarkeit des Netscapebrowsers für praktisch alle Betriebssysteme, und tatsächlich werden die Webseiten auch z.B. von Solaris-, HP-UX oder IBM Benutzern besucht. Das Verhältnis der benutzten Browser Internet Explorer vs. Netscape hat sich im Verlauf des letzten Jahres verschoben : Die Zahl der Internet Explorer Benutzer hat um fast 25% zugenommen und die der Netscape Benutzer hat um fast 15% abgenommen. Um diese Entwicklung deutlich zu machen, wurde die Browserstatistik eingerichtet. Die Auswertungsweise wird auf der betreffenden Seite erläutert. Ein PERL Script zur Auswertung der Logfiles wird einmal wöchentlich zur Auszählung gestartet. Die Zählerwerte werden durch ein VisualBasic Serverscript in die Webseitentabelle geladen :

Logfileauswertung 169 Zeilen - loginfo.pl
Einlesen der Zählerwerte 33 Zeilen - VB Serverscript .

4. Die Benutzung der elektronischen Edition

Einige Fachkollegen, von denen Interesse für die Edition zu erwarten war, wurden brieflich vom Erscheinen der Internet-Edition informiert. Am Anfang gab es bei vielen Benutzern Neugier aber auch einige Probleme, weil viele von ihnen Browser benutzten, die zu alt oder nicht Javascriptfähig waren. Wir haben Hilfe geleistet, wenn die Betreffenden sich per E-mail oder Brief an uns gewandt haben, und Carl Heinz Heidrich hat eine Reihe von Ratschlägen erarbeitet, die von der Leitseite her zugänglich sind. Für die Nutzung des Webservers ist ein javascriptfähiger Browser der neuesten Version, z.B. Netscape® Communicator 4.6 oder höher oder Microsoft® Internet Explorer 5.0 oder höher nötig. In der Zwischenzeit sind die Probleme offenbar geringer geworden (oder die Benutzer erfahrener). Da es sich um ein beschränktes Material handelt, das nur einige Spezialisten des Frühmittelalters interessiert, war von vornherein keine zu umfangreiche Benutzung zu erwarten. Außerdem benutzen auch die Spezialisten diese Texte nur gelegentlich. Diese Voraussetzungen im Blick, kann man einige allgemeine Feststellungen machen: bis Anfang März 2002, das heißt für die 3 Jahre und 4 Monate seit Existenz der Edition auf dem Internet wurde diese 5100 mal von Personen benutzt, die nur die Zugangsseite mit der Inhaltsliste der Urkunden und das Urkundenbeispiel angesehen haben, ohne sich anzumelden. In der gleichen Zeitspanne ist die Edition dagegen 1320 mal von angemeldeten Benutzern genutzt worden. Die angemeldeten Benutzer verteilen sich auf Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande, die Schweiz, Österreich, Norwegen, Großbritannien, die Tschechische Republik und Russland - dies in absteigender Benutzungsfolge. Die stärkste Benutzung erfolgte also in den Ländern, für deren eigene Geschichte die Arnulfinger eine Bedeutung hatten, erklärt sich also zumindest teilweise aus dem Sachinteresse. Auffällig ist die geringe Resonanz in Großbritannien und das völlige Fehlen amerikanischer Benutzer, trotz der in den angelsächsischen Ländern relativ verbreiteten Internet-Nutzung. Dies mag mit geringerem Sachinteresse oder mit Sprachproblemen zu erklären sein. Bei einigen Nutzungen in Osteuropa ist sicher ein Interesse an der Programmierarbeit und am Aufbau der Edition maßgebend gewesen (obwohl sich bei einem Benutzer aus der Tschechischen Republik aus der Wahl des Login-Namens ergibt, dass er Fachwissenschaftler ist).

Wenn man die Benutzung der Edition mit der der Einführung in die Geschichte des Mittelalters vergleicht, ist es offensichtlich, dass die erzählenden Texte ein sehr viel größeres Interesse finden als die wissenschaftliche Edition. Dennoch habe wir zu beiden Arten der Veröffentlichung ermunternde Briefe erhalten. Es waren Hinweise aus Frankreich und Belgien, die im Januar 2001 zu Ergänzungen und Verbesserungen in der Edition führten. Diejenigen, die zu diesen Verbesserungen beigetragen haben, wurden in den einleitenden Kommentaren zu den Urkunden (und im Vorwort der Buchpublikation) genannt.

5. Die Buchpublikation

Da die von Anfang an intendierte Buchedition unter den Bedingungen, die die MGH zunächst stellten, nicht realisiert werden konnte, habe ich mich entschieden, eine eigene Buchedition herauszugeben, um die Ergebnisse meiner bisherigen Arbeit zu sichern. Die elektronische Edition soll so lange wie möglich aufrecht erhalten werden und wird Ergänzungen und Korrekturen enthalten, die nach dem Juni 2001 (Erscheinungsdatum der Buchedition) anfallen. Die Buchedition umfasst zwei im Vergleich zur elektronischen Edition zusätzliche Teile, erstens eine Einleitung von 40 Seiten, die die Überlieferung der Texte darlegt, die Entscheidung darüber, ob die einzelnen Urkunden als echt oder falsch anzusehen sind, erläutert und den rechtlichen und historischen Gehalt analysiert, und zweitens einen Index der Personennamen, die in den als echt angesehenen Urkunden und in den Deperdita vorkommen. Ein Wortindex, der auf der Editorenentscheidung beruht, welche Wörter für wichtig gehalten werden und von daher immer der Kritik ausgesetzt ist, erschien verzichtbar angesichts der Möglichkeit der elektronischen Kontextsuche. Selbst wenn die Internet-Edition nicht mehr unterhalten werden kann, liegt ein von G. Köbler erstellter Wortindex der alten Pertz'schen Edition vor.

Wir haben uns entschlossen, die Edition im Selbstverlag herauszubringen, da computererstellte Texte sich mit moderner Drucktechnik als Buch produzieren lassen. Die großen Verlage tendieren dazu, sich bei den von ihnen verlegten Büchern die elektronischen Publikationsrechte zu reservieren - das lief unserer Absicht zuwider. Kleinere Verlage sind zwar teilweise bereit, sich auf das Copyright für die Druckrechte zu beschränken, sind jedoch in den Preisen für Produktion und Vertrieb zu hoch. Unsere Recherchen und Kalkulationen führten uns dazu, Verlegung und Vertrieb der Edition selbst in die Hand zu nehmen. Grundlage war der mit Interleaf erstellte Originaltext, der in Adobe Acrobat PDF-Format umgewandelt wurde. Wir suchten und fanden eine moderne Druckerei, Sievert-Druck+Service GmbH Bielefeld, die das Buch direkt vom PDF-File drucken konnte. Die Druckerei kann von der Datei zu jeder Zeit, in jeder Menge und zu einem Festpreis innerhalb kurzer Frist (maximum 1 Monat) nachdrucken. Auf diese Weise können wir das Buch in Deutschland zum Preis von 42,00 EUR anbieten, ohne irgendwelche Druckkostenzuschüsse in Anspruch nehmen zu müssen. Der Verkauf begann im Juli 2001. Inzwischen sind die Kosten gedeckt. Die Werbung war bescheiden. Die Universitätsbibliotheken in Deutschland wurden benachrichtigt sowie einige Bibliotheken in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, in der Schweiz und in Österreich. Nicht nur Bibliotheken haben gekauft, sondern wie wir gehofft hatten, hat der moderate Preis eine Reihe von Historikern veranlasst, den Editionsband als Privatpersonen zu erwerben.

Im Vergleich mit den MGH-Editionen weist unsere Edition einige Unterschiede auf, die sich aus unserer methodischen und wirtschaftlichen Konzeption ergeben. Zunächst die wirtschaftlichen Gesichtspunkte:

Schließlich die methodischen Gesichtspunkte:

6. Schluss

Die Fachwelt mag beurteilen, ob unser Experiment geglückt ist. Insgesamt haben wir beide viel Arbeit investiert, viele praktische und rechtliche Informationen eingeholt und wir haben die Kosten sowohl für die Herstellung als auch für die Benutzer minimiert. Dabei haben wir keinerlei finanzielle Zuschüsse erhalten. Das Konzept der Internet-Edition, so wie wir es realisiert haben, ist für ein begrenztes Textmaterial möglich. Für die Edition einer großen Textmenge müsste man es sicher modifizieren. Wenn die großen Texteditionsunternehmungen eines ihrer Arbeitsziele eher in der Innovation der Editionsweisen sähen als in der Produktion von zusätzlichen Buchreihen zu den Editionen, könnte der Fortschritt schnell gehen. Es wäre auch nötig, dass die großen Editionsunternehmungen Gruppen von Spezialisten schafften, die in der Lage wären, die wünschenswerten elektronischen Editionen hinsichtlich des technischen und fachwissenschaftlichen Fortschritts auf dem laufenden zu halten. Dagegen scheint es wenig sinnvoll, in bestimmten Zeitabständen Neueditionen derselben Texte zu erstellen oder Ergänzungsbände zu existierenden Editionen zu erarbeiten, die die durch die neuen Forschungen oder Sichtweisen notwendig gewordenen Zusätze und Korrekturen enthalten. Wenn man die Arbeit, CD-ROM-Editionen zu erstellen, großen Verlagen überlässt, so macht dies die Produkte sehr teuer und vermindert deren Verbreitung. Und schließlich ist eine CD-ROM-Edition ohne Kommentare und kritischen Apparat wenig brauchbar für die Forschung.


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